Was sind eigentlich Essstörungen

Essstörungen gehören zum Modelbusiness, wie der Floh zum Hund. Der permanente Druck gut auszusehen und vor der Konkurrenz zu punkten, veranlasst viele Models, ihre Essgewohnheiten rapide einzuschränken. Bereits seit Jahren wird dieser „Schlankheitswahn“ im Modelbusiness kontrovers diskutiert. In Israel wurde jetzt das erste Gesetz verabschiedet, dass gegen die Schönheitsideale der Modewelt vorgeht. Hier müssen Models in Zukunft per Attest nachweisen, dass sie sich in einem guten Ernährungszustand befinden. Ebenso muss bei Werbefotografien angegeben, ob die Fotos am Computer nachbearbeitet wurden. So soll die Illusion vom „Topmodel“ vermieden werden, denn längst nicht alles, was echt aussieht, ist es auch. Die Natur spielt eben nicht nach den Regel der Modewelt und das sollte auch nicht so verkauft werden.

Welchen Schaden die Modelwelt an zumeist weibliche Teenager anrichtet, zeigen die Zahlen derer, die an Essstörungen leiden. Alleine in Deutschland sind das 3,8 Prozent der 14 bis 20-jährigen weiblichen Teenager. Der Großteil (3 Prozent) leidet unter Bulimie, an Magersucht sind 0,8 Prozent erkrankt. Dabei gilt: Je eher Essstörungen erkannt werden, desto aussichtsreicher ist auch ihre Behandlung.

Bulimie und Magersucht

Magersucht ist eine selbst herbeigeführte Mangelernährung, die mit starkem Gewichtsverlust einhergeht, die sich bis zum Funktionsausfall von Organen entwickeln kann. Durch den exzessiven Nahrungsmangel werden dabei nicht nur lebensnotwendige Fettdepots abgebaut, sondern auch Muskeln. Herbeigeführt wird eine Magersucht häufig durch intensive Sportausübung, Reduktions der Nahrung, häufiges Erbrechen und die Einnahme von Abführmitteln. Bei der Bulimie wird oft hochkalorische Nahrung in Heißhungerattacken aufgenommen. Diese hohe Kalorienzufuhr, die mit dem Halten des Körpergewichts in Konflikt steht, wird anschließend durch herbeigeführtes Erbrechen wieder kompensiert. Sowohl bei der Magersucht, als auch bei der Bulimie geht die Kontrolle über das Essverhalten verloren.

Essstörungen erkennen

Im Gegensatz zu einer Bulimie lässt sich eine Magersucht relativ schnell am extremen Gewichtsverlust ausmachen. Von Magersucht Betroffene sind, obwohl sie extrem dünn sind, dennoch der Meinung zu dick zu sein. Auch das enorme Interesse an Nahrungsmitteln und ihren Bestandteilen, sowie eine exzessive sportliche Betätigung fallen bei der Magersucht ins Auge. Eine Bulimie verrät das Körpergewicht hingegen nicht unbedingt. Bulimie-Kranke sind in der Regel normalgewichtig, können aber ebenso unter- oder übergewichtig sein. Die Angst vor den kleinsten Gewichtszunahmen veranlasst Bulimie-Kranke dazu, die zuvor in einem Heißhungeranfall zu sich genommenen Kalorien auf brachiale Weise wieder loszuwerden – durch Brechanfälle. Aus diesem Grund wird die Bulimie häufig auch als Ess-Brech-Sucht bezeichnet. In beiden Fällen, bei der Bulimie, wie auch bei der Magersucht sind Psychotherapien unerlässlich, um das richtige Körperverständnis, sowie das normale Essverhalten wiederzuerlangen.